Nachhaltige IT: Verantwortungsvoll in die digitale Zukunft
Nachhaltiges Wirtschaften heißt für uns, auch in der IT Verantwortung zu übernehmen – mit Lösungen, die Umwelt und Ressourcen schonen.
Was bedeutet Green IT?
Green IT, auch nachhaltige IT genannt, beschreibt alle Maßnahmen zur Reduktion der ökologischen Auswirkungen der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Für uns als nachhaltig agierendes Unternehmen ist Green IT ein zentraler Hebel auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2028. Ziel ist es, die CO₂-Emissionen unserer gesamten digitalen Infrastruktur zu senken und Ressourcen verantwortungsvoll zu nutzen – und zwar über den gesamten Lebenszyklus von IT-Systemen hinweg. Konkret bedeutet das für uns:
Rechenzentrum klimafreundlich ausrichten
IT-Lebenszyklus nachhaltig gestalten
Als Mitglied im B.A.U.M. e. V. – dem Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management – und Unterzeichner des B.A.U.M.-Kodex bekennen wir uns verbindlich zu nachhaltigem Wirtschaften – und dazu zählt auch eine verantwortungsvoll gestaltete, unsere Ressourcen schonende Digitalisierung.
Energieeffizienzgesetz – für mehr Nachhaltigkeit in der IT
Green IT wird nicht nur unternehmerisch immer relevanter – auch der Gesetzgeber erkennt den Handlungsbedarf angesichts einer zunehmend digitalisierten und vernetzten Welt. Mit dem Energieeffizienzgesetz (EnEfG) hat Deutschland erstmals verbindliche Vorgaben für den nachhaltigen Betrieb von Rechenzentren geschaffen. Denn gerade Rechenzentren, die riesige Datenmengen verarbeiten, verbrauchen enorme Mengen Strom. Stammt dieser aus fossilen Quellen, führt das unweigerlich zu hohen CO₂-Emissionen.
Das Gesetz soll sicherstellen, dass der wachsende Energiebedarf der Digitalisierung mit den deutschen Klimazielen vereinbar bleibt. Betreiber von Rechenzentren sind künftig verpflichtet, verstärkt auf erneuerbare Energien zu setzen, Abwärme sinnvoll zu nutzen und die Energieeffizienz kontinuierlich zu verbessern. Zudem müssen sie ein Energie- oder Umweltmanagementsystem einführen und ihren Energieverbrauch transparent dokumentieren.
Was bedeutet das für unser Rechenzentrum?
Das Energieeffizienzgesetz stärkt den Kurs, den wir bereits seit mehreren Jahren konsequent verfolgen – denn das Rechenzentrum verursacht einen erheblichen Teil unseres Energieverbrauchs. Die Mauterhebung und -abrechnung erfolgt in einem extern betriebenen Rechenzentrum. Auch wenn der Betrieb nicht in unserer Hand liegt, fließt das Rechenzentrum als indirekte Emissionsquelle in unsere Klimabilanz ein – und damit in unsere Verantwortung.
Gemeinsam mit unserem Dienstleister setzen wir deshalb auf nachhaltige Lösungen. Ein wichtiger Fortschritt: Das Rechenzentrum wird seit 2020 vollständig mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben. Der CO₂-Fußabdruck aus dem laufenden Betrieb liegt dadurch bei null.
Dennoch bleibt der Energiebedarf hoch – auch bei grünem Strom. Entscheidend ist daher nicht nur die Herkunft der Energie, sondern auch, wie effizient sie genutzt wird. Deshalb setzen wir auf Maßnahmen, die den Verbrauch senken und die Effizienz kontinuierlich steigern.
Wir haben den Energieverbrauch im Rechenzentrum mit gezielten Maßnahmen schon deutlich senken können. Jetzt arbeiten wir mit Nachdruck daran, weitere Einsparpotenziale zu nutzen und unsere IT noch effizienter und nachhaltiger zu gestalten.
Energieeinsparung im Rechenzentrum – unsere Anforderungen
Um unser Rechenzentrum möglichst energieeffizient zu betreiben, haben wir klare Anforderungen an den Betreiber des Rechenzentrums definiert:
Effiziente Energienutzung
Der eingesetzte Strom muss überwiegend den IT-Systemen zugutekommen. Als Maßstab gilt der PUE-Wert (Power Usage Effectiveness), der angibt, welcher Anteil der aufgenommenen Energie tatsächlich in die IT fließt. Je niedriger der PUE-Wert, desto effizienter arbeitet das Rechenzentrum – da weniger Energie in unterstützende Systeme wie Kühlung oder Beleuchtung fließt. Unsere Anforderung: ein PUE-Wert von höchstens 1,4 – bei etwa 1,5 liegt der gängige Standard moderner Rechenzentren.
Effiziente Kühlung
Da die Klimatisierung zu den größten Energieverbrauchern im Rechenzentrum zählt, verlangen wir eine besonders energiesparende Kühltechnik. Hier setzen wir auf einen hohen CER-Wert (Cooling Efficiency Ratio), der belegt, dass Wärme mit möglichst geringem Energieaufwand abgeführt wird. Unsere Anforderung: ein CER-Wert von mindestens 5 – das entspricht einem sehr guten Wirkungsgrad.
Optimierte CPU-Auslastung
Auch die effiziente Nutzung der Rechenkapazitäten ist verbindlich geregelt. Die vorhandenen Ressourcen sind so zu steuern, dass eine möglichst hohe mittlere CPU-Auslastung erreicht wird – also dass die Prozessoren über längere Zeit hinweg möglichst gleichmäßig und kontinuierlich arbeiten. So lassen sich Leerlaufphasen vermeiden und der Energieeinsatz steht in einem angemessenen Verhältnis zur tatsächlich erbrachten Rechenleistung.
Auditrecht und Verbrauchsberichte
Um sicherzustellen, dass unsere Vorgaben beim Betrieb des Rechenzentrums konsequent umgesetzt werden, haben wir mit dem Betreiber ein vertraglich festgelegtes Auditrecht vereinbart. Ergänzend dazu sind Verbrauchsberichte quartalsweise und jährlich für 15 definierte Parameter zu erbringen. Diese detaillierte Datengrundlage schafft die Voraussetzung für präzise Analysen und Steuerungsmöglichkeiten. Auffälligkeiten im Energieverbrauch lassen sich so frühzeitig erkennen und gezielt adressieren – mit dem Ziel, kurz- bis mittelfristig weitere Effizienzpotenziale zu identifizieren und umzusetzen.
Green-IT-Initiative: Unser Know-How für nachhaltige Digitalisierung
Unser Engagement für eine nachhaltigere IT endet nicht bei unserer eigenen Infrastruktur. Im Rahmen einer Green-IT-Initiative des damaligen Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) haben wir unser Know-how in einer Arbeitsgruppe eingebracht, die Leitlinien für eine klimafreundlichere Bundes-IT entwickelt hat – insbesondere in den Bereichen Rechenzentren, Hardware und Software. Ziel ist es, konkrete Lösungen aufzuzeigen, mit denen sich der Energieverbrauch der Bundes-IT bis 2027 deutlich senken lässt.
Im Fokus stehen unter anderem eine dynamische Leistungsregelung, die Umstellung auf erneuerbare Energien, die Abschaltung ungenutzter Server und die Aktivierung von Energiesparfunktionen. Weitere Maßnahmen sind der Einsatz intelligenter Steckdosenleisten und die Optimierung der Raumlufttemperatur im Rechenzentrum. Moderne Speichertechnologien und die Virtualisierung von Servern sollen den Energiebedarf zusätzlich reduzieren.
„Wir leisten also nicht nur unseren ganz konkreten Beitrag zum Energiesparen, sondern setzen uns auch dafür ein, dass die Bundes-IT mit unserem Know-how jedes Jahr ein Stück grüner wird“, sagt Nachhaltigkeitsmanager Ludwig Schmidt. Dass sich der Einsatz lohnt, zeigt ein Blick auf die Entwicklung: Seit dem Start der Green-IT-Initiative ist der Energieverbrauch der Bundes-IT von 650 GWh im Jahr 2008 auf 407 GWh im Jahr 2023 gesunken.